Der Winterschlaf (in menschlicher Obhut)

 

 

Sie haben sich bereit erklärt, einen Igel in Ihrem Haus zu betreuen und zu überwintern. Bis der Igel sein Wintergewicht von 650 – 700g erreicht hat, muss er in einer möglichst ruhigen und warmen (18 – 20 °C) Umgebung untergebracht und gefüttert werden.

Niemals Igel, die noch kein Wintergewicht haben, in den kalten Keller stellen. Nur ein warmer Igel nimmt Nahrung auf. Im kalten Keller frisst der Igel nicht richtig und kann somit nicht zunehmen.

Hat der Igel nun sein Wintergewicht erreicht:

im November benötigt er ca. 650 – 700g
im Dezember benötigt er ca. 600-650g
im Januar benötigt er nur noch ca. 550-600g

je kürzer die Winterschlafzeit bis zum Frühjahr, je weniger Gewicht benötigt der Igel zum Einschlafen.

Man stellt die Unterkunft an einen kalten Platz- möglichst bei 0°C oder kälter. Der Winterplatz sollte nach Möglichkeit 5°C nicht übersteigen, da der Igel sonst nur in einen kräftezehrenden Dämmerschlaf verfällt.
Sein Schlafhäuschen kann man in einen großen Karton setzen und zwischen beiden Kartons reichlich Zeitungspapier legen und so isolieren. Auch in das Überhaus (den großen Karton) muss ein deckungsgleiches Schlupfloch angebracht werden, oder man nimmt eine größere Menge Gerstenstroh und überdeckt sein Schlafhäuschen. Er hat dann die Möglichkeit, sich noch Stroh in sein Schlafhäuschen zu ziehen und sich ein dickes Nest zu bauen.

Temperaturen zwischen 8°C und 15°C sind für den Igel nicht geeignet, da es ihm zum richtigen Winterschlaf zu warm und zur Nahrungsaufnahme zu kalt ist. Sie fallen dann in einen kräftezehrenden Dämmerschlaf.

Wenn Sie den Igel in sein Winterquartier gebracht haben, entziehen Sie ihm 3 Tage lang das Futter und stellen Sie ihm nur eine Schale mit Wasser zur Verfügung.
In der Natur zwingt den Igel der Nahrungsmangel und die Kälte zum Winterschlafen. Nach 3 Tagen stellt man dem Igel eine Schale mit Katzentrockenfutter und Erdnussbruch vermischt in sein Winterquartier. Wasser sollte auch wöchentlich erneuert werden. Eine Unterbrechung des Winterschlafes kommt bei Igeln in menschlicher Obhut öfters vor und stellt keinen Grund zur Besorgnis dar.
Bei längerem Wach sein des Igels, es gibt auch Igel die einfach nicht einschlafen wollen, muss man den Igel wieder ins Warme bringen und ihn mit Fleischfutter wie zuvor füttern.
Stellt der Igel nach einer Zeit die Nahrungsaufnahme von alleine ein, kann er wieder ins Winterquartier gebracht werden.

Igel die nicht winterschlafen, sollte man bis zum Frühjahr nicht überfüttern, d.h. man sollte die Futtermenge etwas reduzieren. Ein übergewichtiger Igel wird in seiner Beweglichkeit behindert und ist somit leichte Beute für seine Feinde.

Merke: Auch winterschlafende Igel sollte man kontrollieren!

Man kann von Zeit zu Zeit einmal vorsichtig das Schlafhaus öffnen, um nachzusehen, ob der Igel noch am Leben ist. Ein schlafender Igel fühlt sich ganz kalt an und ist total eingerollt. Wenn man mit den Fingerspitzen seine Stacheln vorsichtig berührt, wird er sich ganz langsam zusammenziehen und seine Stacheln im Reflex bewegen. Man sollte den Igel vorsichtig aus seinem Nest nehmen, wenn man um sein Gewicht besorgt ist und ihn wiegen. Hat der Igel viel Gewicht verloren, d.h. sein Gewicht liegt weit unter 400g, sollten Sie ihn wieder an den warmen Platz bringen und wie zuvor füttern.